18 Jan
Geschichte wurde geschrieben
Laimer Cubalibros stürzen die „Unbezwingbaren“ aus Trudering

26 Jan
HSG B-one II - SV München Laim II 27:33
Zweites Spitzenspiel binnen einer Woche. Sonntagabend, 26.01., 18:15 Uhr. Ottobrunn: Tabellenzweiter und in der Heimfestung noch ungeschlagen. Alles oder nichts!
Schon die Ankunft hatte Symbolkraft: einsetzende Dunkelheit, dichter Schneefall, eisige Luft. Ein Vorgeschmack auf das, was die Laimer Cubalibros in der Halle der HSG B-one erwarten sollte. Und als wäre die Bühne nicht schon groß genug, nahm auf der Tribüne ein besonderer Gast Platz: der ehemalige Teammanager, scharfer Kritiker und Mäzen – Niko. Wenn selbst er anreist, weiß man: Das hier ist kein normales Spiel.
Verletzungspech trifft Mut zur Jugend
Die Vorzeichen waren alles andere als ideal. Neben den Langzeitverletzten Ferdi und Leon fehlte nun auch Yousef – Schulterverletzung aus dem Kampfspiel gegen Trudering. Der komplette Top-3-Rückraum: nicht dabei.
Doch statt Ausreden gab es Vertrauen. Vertrauen in die Jugend. Die erst 17-jährigen Matheus-Brüder erhielten von Beginn an die Spielleitung auf den Schlüsselpositionen Rückraum Mitte und Tor. Giggi übernahm Verantwortung im Angriff, Pascal startete auf Rückraum links – ein mutiger aber auch konsequenter Schritt des Trainerteams.
Abwehrschlacht und Geduldsprobe
Der Start: sehr zäh und schwer. Abwehrbetont, neutralisiert sich beide Teams und offensiv lief bei Laim zunächst wenig zusammen. Pascal übermotiviert, vier Fehlwürfe, somit der frühe Wechsel auf Julius. Nach fast neun Minuten ein ernüchterndes 2:1 – der einzige Treffer bis dahin durch Giggi nach starker Vorarbeit von Gordon. Ausgerechnet die angriffsstärkste Mannschaft der Liga tat sich schwer.
Doch dann: der Wendepunkt.
Acht Minuten, die alles veränderten
Gordon holte den Siebenmeter, Julius blieb eiskalt. Cedric parierte auf der Gegenseite den Strafwurf. Nicolas, der spanische Flügelflitzer, zauberte sehenswert ins lange Eck. Giggi und Gordon gewannen ihre Eins-gegen-eins-Duelle.
Nach nur einem Treffer in den ersten acht Minuten überrannten die Cubalibros die Ottobrunner Festung mit einem 5:0-Lauf wie ein Orkan. Die Mauer bröckelte. Die HSG B-one schockiert – Auszeit.
Zeit zum Durchatmen. Zeit für Anpassungen.
Giggi bekam seine verdiente Pause, Pascal – nach Reset und Neujustierung – wechselte auf Rückraum rechts. Und siehe da, das Software-Update griff. Zwei wuchtige Treffer, Selbstvertrauen zurück.
Dann betrat Janni die Bühne. Kreisspieler. Blockmaschine. Rückraumstratege. Alleskönner. You name it – you get it.
Ottobrunn blieb dran, verkürzte per Tempo und Siebenmeter auf 8:10. In der 26. Minute die nächste Auszeit der Laimer. Die Frage: Wie antwortet man auf Tempospiel?
Antwort: Mehr Tempo
Time to get Alex.
Die Mannschaft wurde an ihre DNA erinnert – Tempo, Tiefe, Mut. Zwei Minuten. Zwei Alex-Tore. Eines davon nach einem Traumpass von Cedric. Auf der Tribüne ratlose Blicke: „Who the fuck is Alex?“
Fabi setzte zehn Sekunden vor der Pause den Schlusspunkt: 9:13. Vier Tore Vorsprung – verdient, aber alles andere als souverän.
Kabinenansprache: Klar, ehrlich, fokussiert
Allen war klar: Neun Gegentore in einer Halbzeit – das wiederholt sich nicht so leicht noch einmal, Ottobrunn würde kommen. Der Plan: mehr Tempo, besserer Rückzug, konsequent im Eisenacher System bleiben.
Und wie sie kamen – die Cubalibros. Janni zog die Fäden, dirigierte, marschierte – und traf. Drei Tore von Janni in nur 1:11 Minuten. 11:17. Komfortzone erreicht, Janni drehte auf – und braucht Sauerstoff
Kurz darauf hatte selbst der Gott des Sauerstoffzelts Erbarmen und empfing ihn würdig auf der Bank.
Jetzt lief das Spiel wie aus dem Lehrbuch: Tempo, einstudierte Abläufe, immer wieder ein freier Mann auf sechs Metern. 39. Minute, 13:22 – nächste Auszeit Ottobrunn.
Der letzte Versuch – und die Antwort
Die HSG B-one riskierte alles. Volles Tempo. Hohes Risiko. Und tatsächlich: Der Vorsprung schmolz. 21:25.
Wie schon gegen Trudering war klar:
Jetzt braucht es Kirill.
Der Schakal biss sich fest. Zerstörte den Spielfluss. Traf selbst nach starker Einzelleistung. Der Angriffsexpress rollte wieder.
Die einstige Festung? Nach heroischer Schlacht nur noch eine Sandburg – mit vielen Zugängen, die Laim eiskalt nutzte.
Giggi. Julius. Janni – nach Frischluftkur zurück. Nicolas zum Schlusspunkt.
27:33. Auswärtssieg, was ein Statement Statement.
Mehr als ein Sieg
Schon während des Spiels sah man Niko jubeln, hüpfen, feiern. Ein Schwabe, bei dem „Net gschimpft isch globt gnug“ genetisch verankert ist – so euphorisch zu erleben, sagt alles.
2026 weiterhin ungeschlagen. Siege gegen höherklassige Trainingsgegner. Verletzungspech ohne Ende – und trotzdem: Der Spirit, das Siegergen lebt.
Das Ziel Aufstieg ist realer denn je. Die Avengers sind bereit fürs Endgame.
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Tore für den SV Laim:
Pascal Martinek 8
Jan Eversmann 5
Guillaume Biechel 4
Maximilian Gröbl 3
Alexander Gerard 3
Nicholas Llorens 3
Kirill Kopp 2
Julius Rimmelspacher 2
Gordon Matheus 1